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Tourismus und Einzelhandel brauchen klarere Ansagen aus der Politik - so sieht es der Kieler Tourismuschef

Pressemitteilung   •   Apr 27, 2020 08:45 CEST

Gäste dürfen noch immer nicht an die Kieler Förde kommen

Pressemitteilung, Kiel 24.04.2020

Weiterhin Unklarheiten für Tourismus, Verwirrung im Einzelhandel

Ein Statement vom Kieler Tourismuschef Uwe Wanger

Die Woche hat mit der Lockerung des Lockdowns gut begonnen, doch gleichzeitig schafft die neue Verordnung auch Ungerechtigkeiten, mehr als dass sie Klarheit bringt.

Sicherheit first: Ja da sind wir uns wohl alle einig. Aber bitte mit klaren Ansagen aus der Politik auch für den Tourismus, den Einzelhandel und Dienstleitungsbereiche. Planen hilft, gibt Sicherheit und Zuversicht, die gefühlte Willkür jedoch schafft Enttäuschung und Verunsicherung. Während der Einzelhandel unter scharfen Auflagen teilweise öffnen darf, gibt es für das Hotel- und Gaststättengewerbe keinen verbindlichen Fahrplan – nur vage Aussichten eines 3-Stufenplans ohne Zeithorizont, die keinem helfen.

In der neuen Verordnung steckt eine ungerechte Behandlung von Tourismus und Einzelhandel, die enttäuschend ist. Die geforderten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen kann ein Hotelier, ein Gastronom und ein Einzelhändler mit mehr als 800qm Verkaufsfläche ebenfalls leisten. Auch ein Kino hat viele Möglichkeiten, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Wir haben alle gezeigt, dass wir verantwortlich handeln können. Jetzt muss dieses Vertrauen, welches wir in die Politik gegeben haben, auch wieder an die Wirtschaft und die Bevölkerung zurückgegeben werden.

Die Stadt Kiel, die Innenstadt, die Shoppingmeilen sowie die Sehenswürdigkeiten und maritimen Erholungsplätze, Strände und Parks müssen schnellstens wieder zu Begegnungspunkten für die BürgerInnen und Touristen werden, natürlich immer unter Einhaltung der Abstandsregeln. Dass dies schrittweise erfolgen sollte, steht dabei außer Frage. Dazu sind auch kreative Formate des Einkaufens, des Kommunizierens und der Freizeitgestaltung gefragt. Und die spontane Freigabe der Landesregierung von neuen aktuellen Sonntagsöffnungszeiten brauchen wir jetzt, bei einer Besucherfrequenz von 50-60% gegenüber Normal, wirklich nicht.

Mit Kiel-hilft-Kiel.de bieten wir ein zentrales Portal für Kieler Unternehmen mit einem Hilfsprogramm, die Folgen der Corona-Krise bestmöglich abzufedern. Die Plattform ist ein voller Erfolg und wir erweitern das Angebot um eine Onlineshop-Funktion kauf-lokal.sh, um den lokalen Einzelhandel inkl. einer Lieferservicelogistik weiterhin unter die Arme zu greifen.

Das Verbot von Großveranstaltungen über 1.000 Personen bis Ende August trifft uns mit voller Wucht. Aber auch die geforderten Maßnahmen für kleinere Veranstaltungen sind nach wie vor unklar. Für den Kieler Bootshafensommer gibt es die berechtigte Hoffnung einer Durchführung mit Augenmaß und

unter Einhaltung der zu definierenden Auflagen. Wir werden der Vernunft den Vortritt geben, planen aber mit voller Energie an einem Umsetzungskonzeptes für einen kulturell anspruchsvollen Sommer in Kiel.Sailing.City.

Leider ist auch unsere Freizeitgestaltung durch die Politik bisher nicht angesprochen worden. Sie spielt für das Wohlbefinden der BürgerInnen aber eine genauso wichtige Rolle wie etwa der Besuch von Museen für Gäste. Für diesen Bereich städtischer Kultur findet sich wenig Ermutigendes in den Ausführungen der Politik. Dabei sind viele Museen sowieso mit Zählsystemen zur Kundensteuerung sowie mit Online-Reservierungssystemen ausgestattet.

Wir brauchen jetzt dringend Maßnahmen, die Perspektiven eröffnen und Mut machen. Gesundheit geht vor. Klar ist für uns aber auch: Der Tourismus braucht jetzt endlich eine Perspektive über die natürliche Strahlkraft von Wasser, Sand und Wind hinaus! Der Tourismus ist nicht nur als reiner Wirtschaftsfaktor zu betrachten. Wir haben auch eine Funktion: Bei uns erholen sich die Menschen!

Pressekontakt: Eva-Maria Zeiske, Tel.: 0431 – 679 10 26, E-mail: e.zeiske@kiel-marketing.de

Kiel-Marketing e.V., Andreas-Gayk-Str. 31, 24103 Kiel, www.kiel-marketing.de

Kiel-Marketing ist als Verein und als GmbH organisiert. 400 Unternehmen, Institutionen, Bürgerinnen und Bürger, sowie die Landeshauptstadt in der GmbH als Gesellschafter bringen Geld und Engagement mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: Kräfte und Mittel bündeln, damit Kiel gewinnt.

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